100% sicher gibt es nicht...

Wer Sex hat, der geht das Risiko der Entstehung einer unbeabsichtigten Schwangerschaft ein. Daran gibt es nichts zu rütteln oder zu beschönigen, denn derzeit bietet keine Verhütungsmethode eine 100%ige Sicherheit.

 

Sicherheit VerhuetungsmethodenDer Pearl-Index (PI) als Sicherheitsindikator

Grob gesagt gibt der Pearl-Index die Sicherheit einer Verhütungsmethode an: Je niedriger der Pearl-Index einer Verhütungsmethode, desto sicherer ist diese.

Genauer betrachtet beziffert der Pearl-Index (PI) allerdings die Anzahl der unerwünscht eingetretenen Schwangerschaften unter Anwendung einer bestimmten Verhütungsmethode.
Beobachtet werden dabei 100 Frauen, welche 12 Monate lang die betreffende Verhütungmethode anwenden (also ca. 1200 Frauen-Zyklen). Treten bei diesen 100 Frauen innerhalb eines Jahres 3 Schwangerschaften ein, so entspricht dies einem Pearl-Index von 3.

Bei diesen 3 trotz angewendeter Verhütungsmethode eingetretenen Schwangerschaften ist allerdings noch kritisch zu hinterfragen, wie es zu diesen Schwangerschaften gekommen ist.

Deshalb wird unterschieden in Methodenfehler, Anwendungsfehler und Unterweisungsfehler.

 

Pearl-Index hormonelle Verhütungsmethoden:

Hormonelle Verhütungsmethode Pearl Index (PI)
Pille 0,1 - 0,9
Vaginalring  0,4 - 0,65
Verhütungspflaster (Transdermale Kontrazeption) 0,72 - 0,9
Östrogenfreie Pille  0,14
 Minipille  0,5 - 3
Hormonimplantat (Verhütungsstäbchen) 0 - 0,8
Dreimonatsspritze (Depot-Gestagene) 0,3 - 1,4
Hormonspirale (Intrauterinsystem) 0,16

 

Pearl-Index mechanische Verhütungsmethoden:

Mechanische Verhütungsmethode Pearl Index (PI)
Kupferspirale (Intrauterinpessar IUP) 0,9 - 3
Diaphragma 1 - 20
Kondom 2 - 12
Portiokappe  6

 

Pearl-Index natürliche Verhütungsmethoden:

Natürliche Verhütungsmethode Pearl Index (PI)
symptothermale Methode 0,3
Temperaturmethode 0,8 - 3
Billings-Methode (Zervixschleimbeobachtung) 5
PERSONA-Hormoncomputer 5
Temperatur-Computer 2
Kalendermethode 9
Coitus interruptus 4 - 18

 

Pearl-Index chemische Verhütungsmethoden:

Chemische Verhütungsmethode Pearl Index (PI)
Chemische Verhütungsmethoden (Salben, Zäpchen, Creme, Gel, Schaum) 3 - 21

    

* Quelle: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
AWMF-Leitlinien-Register Nr. 015/015 Stand August 2008 [333 KB] (erstellt 2004/überarbeitet Aug. 2006)

 

Der Pearl-Index das Maß aller Dinge?

Wenn Sie sich im Internet oder in der Literatur nun auf die Suche nach der sichersten Verhütungsmethode (also dem kleinsten Pearl-Index) machen, werden Sie feststellen, dass die Angaben zu den einzelnen Verhütungsmethoden sehr stark variieren.

Dies hat mehrere Gründe: Zum Teil veraltetes Datenmaterial als Basis, Herstellerangaben welche nicht mit aussagekräftigen Studien unterlegt sind, in die Pearl-Index-Angaben sind lediglich die Methoden-Fehler, nicht aber die Anwendungsfehler einberechnet worden und und und. Aus diesem Grund wird der Pearl-Index auch häufig in Bandbreiten angegeben (z.B. 0,3-0,88).

Der Pearl-Index ist ein statistischer Wert, welcher versucht einen natürlichen Vorgang transparent zu machen. Die Angaben bilden lediglich Richtwerte und gründsätzlich gilt:
Je gewissenhafter und sorgfältiger eine Verhütungsmethode angewendet wird, umso sicherer ist sie.
Lesen Sie ausserdem:

"Empfängnisverhütung - Familienplanung in Deutschland"(Stand August 2008)
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)

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