StartseiteVerhütungVerhütung für Eilige

Hier bekommen Sie einen guten Überblick über alle Verhütungsmethoden.

Jede Methode der Verhütung wird hinsichtlich ihrer Wirkung, Anwendung, Vorteile, Nachteile, mögliche Nebenwirkungen, Kosten und dem Pearl-Index vorgestellt.

Methode  Wirkung/Anwendung  Vorteile  Nachteile/Mögl. Nebenwirkungen  Kosten  Pearl-Index* 
natürliche Familienplanung (NFP) - Symptothermale Methode  Ermittlung der fruchtbaren bzw. unfruchtbaren Tage. Bestehend aus Temperaturmessung UND Beobachtung von Zervixschleimveränderungen oder Veränderungen des Muttermundes.   Kein Eingriff in den natürlichen Ablauf des weiblichen Zyklus. Möglichkeit zur Selbsterfahrung und Körperbeobachtung, keine Nebenwirkungen, preiswert, die fruchtbaren Tage lassen sich zuverlässig bestimmen, Kinderwunsch ist spontan realisierbar.   Erfordert Disziplin und Lernbereitschaft. Tägliches messen, dokumentieren und das Auswerten nach festen Regeln müssen erlernt und ausgeübt werden.   Kosten für Thermometer ca. 10 Euro   0,3 
Temperatur-Zykluscomputer  Die Frau misst vor dem Aufstehen ihre Körpertemperatur (oral, 30 Sekunden bis zwei Minuten) mit einem Messfühler, welcher an Zykluscomputer bzw. Verhütungscomputer angeschlossen ist. Am Ende der Messzeit ertönt ein akustisches Signal, danach wertet der Zykluscomputer bzw. Verhütungscomputer die Daten aus und nach wenigen Sekunden haben Sie das Ergebnis, ob Sie sich gerade in den fruchtbaren Tagen und unmittelbar vor dem Eisprung befinden oder nicht.   Keine Nebenwirkungen und körperlichen Beeinträchtigungen, greift nicht in den weibl. Zyklus ein und ermöglicht so das natürliche Erleben des Körpers, erleichtert die Ermittlung des Eisprungs und der fruchtbaren Tage, an denen tatsächlich verhütet werden muss, nimmt das Aufschreiben und Auswerten ab.   Nicht geeignet ist der Temperatur-Computer für Frauen, die gerade entbunden haben, stillen oder Hormone einnehmen, wenig schlafen, unter fiebrigen Erkrankungen oder psychischem Stress leiden, Alkohol oder Schmerzmittel einnehmen.   150 - 500 Euro einmalig
 
2,0 - 5,0 
Symptothermal-Computer  Symptothermal-Computer sind Temperaturcomputer, welche die zusätzliche Eingabe von einem oder mehreren Beobachtungskriterien (Zervixschleimkonsistenz, Ergebnisse von durchgeführten LH-Tests, Geschlechtsverkehr, Menstruation etc.) erlauben. Diese zusätzlichen Daten bezeiht der Zykluscomputer bzw. Verhütungscomputer in seine Auswertung mit ein, was ihm eine noch genauere und präzisere Eingrenzung der fruchtbaren Tage bzw. des Eisprungs ermöglicht.   Keine Nebenwirkungen und körperlichen Beeinträchtigungen, greift nicht in den weibl. Zyklus ein und ermöglicht so das natürliche Erleben des Körpers, erleichtert die Ermittlung des Eisprungs und der fruchtbaren Tage, an denen tatsächlich verhütet werden muss, nimmt das Aufschreiben und Auswerten ab.   Nicht geeignet ist der Sympthothermalcomputer für Frauen, die gerade entbunden haben, stillen oder Hormone einnehmen, wenig schlafen, unter fiebrigen Erkrankungen oder psychischem Stress leiden, Alkohol oder Schmerzmittel einnehmen.   100 - 190 Euro  Wie bei Temperatur-Computern, wobei die zusätzlich Beobachtung und Auswertung eines weiteren Fruchtbarkeitsmerkmals die Sicherheit signifikant erhöht.  
Hormon-Zykluscomputer   Hormoncomputer bestimmen die fruchtbaren Tage aufgrund der Östrogen und LH-Konzentration im Urin. Der Monitor signalisiert Ihnen, wann die Hormontests gemacht werden müssen. An den entsprechenden Tagen wird ein Teststäbchen 3 Sekunden in den Urinstrahl des Morgen-Urins gehalten und dann in den Leseschlitz des Zykluscomputers bzw. Verhütungscomputers eingelegt.
Dieser misst nun die Veränderung der Hormonkonzentrationen im morgendlichen Urin und bestimmt anhand der Daten den Beginn und das Ende der fruchtbaren Tage, sowie den Eisprung.
 
Keine Nebenwirkungen und körperlichen Beeinträchtigungen, greift nicht in den weibl. Zyklus ein und ermöglicht so das natürliche Erleben des Körpers, erleichtert die Ermittlung des Eisprungs und der fruchtbaren Tage, an denen tatsächlich verhütet werden muss, nimmt das Aufschreiben und Auswerten ab.   Nicht geeignet bei unregelmäßigem Alltag (z.B. Schichtdienst), da der Urin immer zur gleichen Zeit bestimmt werden sollte, in der Stillzeit, bei gleichzeitiger Einnahme von fruchtbarkeitsfördernden Arzneimitteln oder einer Hormonbehandlung in den Wechseljahren, bei Leber- und Nierenerkrankungen, für Frauen, die in die Wechseljahre kommen.   90 - 150 Euro + Kosten für die Teststäbchen  6,5 (Hersteller-Angabe) 
Pille   Durch Hormone wird der Eisprung, das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter und die Einnistung der Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut verhindet. Tägl. Einnahme, verschreibungspflichtig; Kontrolle durch Arzt erforderlich   Hohe Sicherheit, kürzere u. schwächere Blutung, weniger Schmerzen, ggf. Linderung von Akne   Blutungsstörungen, Scheidenentzündungen, Brustspannen, sexuelle Unlust, Kopfschmerzen, Gewichtzunahme, Thrombosegefahr, ggf. Erhöhung des Risikos für bestimmte Krebsarten, kein Schutz vor HIV u. anderen durch Sex übertragbaren Krankheiten.   ca. 17 - 45 Euro für 3 Monate
 
0,1 - 0,9 
Minipille  Wirkt wie die Pille, hemmt jedoch nicht generell den Eisprung, da nur Gestangene enthalten sind. Durchgängige tägl. Einnahme ohne Pause und muss exakt zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden.   Durch die geringere Hormon-Dosis, kommt es auch zu weniger Nebenwirkungen als bei der Pille. Die Minipille kann auch in der Stillzeit eingenommen werden.   s. Pille   ca. 19 – 45 Euro für 3 Monate   0,5 - 3 
Verhütungspflaster   Es wird selbstständig auf bestimmte Stellen am Körper aufgeklebt und am 8. und 15. Zyklustag gewechselt. In der 4. pflasterfreien Zykluswoche kommt es zur Blutung.   Bequem und leicht anzuwenden  Unregelmäßige Blutungen, Brustspannen, Kopfschmerzen, Reaktionen am Haftort des Pflasters, Übelkeit, sexuelle Unlust, kein Schutz vor HIV u. anderen durch Sex übertragbaren Krankheiten.   ca. 41,50 Euro für drei Monate  0,72 - 0,9 
Vaginalring  Der Ring wird von der Frau selbst in die Scheide eingeführt u. 3 Wochen in der Scheide belassen. Danach entfernt sie den Ring & es tritt in der folgenden 1-wöchigen Pause die Blutung ein. Nach Ablauf der Pause wird erneut ein Ring eingeführt.   Einfache Handhabung, frau muss sich nicht tägl. neu um die Verhütung kümmern   Kopfschmerzen, Scheidenentzündungen, Ausfluss, der Ring ist ggf. beim Sex spürbar, Rückgang der Libido, kein Schutz vor HIV u. anderen durch Sex übertragbaren Krankheiten.   ca. 45 Euro für drei Monate  0,4 - 0,65 
Verhütungsstäbchen/ Hormonimplantat  Verhindert den Eisprung; verfestigt die Gebärmutterschleimhaut. Das Verhütungsstäbchen wird vom Arzt in den Oberarm eingepflanzt und entfaltet dort max. 3 Jahre lang seine verhütende Wirkung   Wird einmal eingepflanzt, lang anhaltender Empfängnisschutz, hohe Sicherheit   Blutungsstörungen, Scheidenentzündungen, Brustspannen, sexuelle Unlust, Kopfschmerzen, Gewichtzunahme, Thrombosegefahr, kein Schutz vor HIV u. anderen durch Sex übertragbaren Krankheiten.   ca. 300 Euro + Kosten für das Einsetzen für drei Jahre  0 - 0,08 
Dreimonatsspritze  Verhindert den Eisprung. Muss alle drei Monate vom Arzt neu gespritzt werden.   Sicherer Empfängnisschutz für drei Monate   Schlechte Verträglichkeit bei vielen Frauen. Bei Unverträglichkeit ist ein Absetzen nicht möglich, da das Hormon-Depot im Körper erst aufgebraucht sein muss. Zyklusstörungen, Ausbleiben der Menstruation, Gewichtzunahme, mögliche Störung der Libido (sexuelle Unlust), depressive Verstimmungen, kein Schutz vor HIV u. anderen durch Sex übertragbaren Krankheiten.
 
ca. 30 Euro für 3 Monate   0,3 - 0,88 
Hormonspirale  Verhindert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut durch gestagenhaltige Hormone; verursacht zähflüssigen Zervixschleim. Wird vom Arzt eingesetzt u. ist ca. 5 Jahre wirksam.   Langer Empfängnisschutz   6-7% der Frauen stoßen die Spirale ab, beim Einsetzen kann es zu Verletzungen kommen, mgl. Störung der Libido (sexuelle Unlust), Kopfschmerzen, Spannen in der Brust, Akne, Gewichtszunahme, Wasseransammlungen im Gewebe, depressive Verstimmungen, kein Schutz vor HIV u. anderen durch Sex übertragbaren Krankheiten.   Euro 181,34 + zusätzliche Kosten für das Einsetzen für 5 Jahre   0,16 
Kondom  Verhinderung einer Befruchtung indem der Samen aufgefangen wird, einfache Handhabung durch beide Partner, kommt nur im wirklichen Bedarfsfall zum Einsatz   Kein Eingriff in den weiblichen Zyklus, preiswert, leicht verfügbar, gibt es in zahlreichen Variationen, schützt wirksam vor Geschlechtskrankheiten & HIV-Infektion, minimale Vorbereitung   Eventuell vaginales Brennen durch Beschichtung, spontaner Sex ist nicht ohne Vorbereitung möglich   4- 5 Euro für 10 Kondome   2 - 12 
Diaphragma/Pessar  Verhinderung einer Befruchtung indem der Zugang zur Gebärmutter durch eine Gummikappe versperrt wird. Anwendung mit Sperizid. Muss individuell vom Arzt angepasst werden.   Einfache Handhabung, wird nur im Bedarfsfall eingesetzt, kein Eingriff in den weiblichen Zyklus   ggf. Einschränkung sexueller Spontaneität, Spermizid kann Reizungen hervorrufen, ggf. Blasenentzündung   ca. 34 Euro – bei einer Haltbarkeit von 2-3 Jahren  1 - 20 
Lea Contraceptivum  Wirkung s. Diaphragma. Zusätzliche Schlaufe zum Entfernen u. Ablaufventil für Sekrete & Menstruationsblut. Anwendung mit Spermizid.   Leicht einsetz- und entfernbar. Kann 48 Std. in der Scheide bleiben, damit wird mehr sexuelle Spontaneität ermöglicht, greift nicht in den weiblichen Zyklus ein.   Unterleibskrämpfe, Blutungen beim Entfernen, Schmerzen beim Verkehr (Frau und auch Mann), Scheidenentzündungen, Unverträglichkeit bei manchen Frauen (Schleimhautreizungen), schützt weder vor AIDS noch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten
 
ca. 50 Euro – bei einer Haltbarkeit von 6 Monaten - 1 Jahr  2,2 (laut Hersteller in Verbindung mit einem Spermizid) 
Portiokappe  Wirkung s. Diaphragma - zusätzlicher Schutz durch Spermizid.   Situativ einsetzbar, einfache Handhabung, greift nicht in den weiblichen Zyklus ein.   Erhöhte Anfälligkeit für Blasenentzündungen, sie kann leicht vom Muttermund rutschen, Unverträglichkeit bei manchen Frauen (Schleimhautreizungen), schützt weder vor AIDS noch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten   ca. 34 Euro – bei einer Haltbarkeit von 2-3 Jahren 
Frauen-Kondom/Femidom  Vaginalschlauch, der die Spermien auffängt.   Situativ einsetzbar, gute Lösung für Frauen, welche die Verhütung lieber selbst in die Hand nehmen, greift nicht in den weibl. Zyklus ein, keine körperliche Beeinträchtigung durch Hormone, unabhängig vom Arzt ein- und absetzbar, schützt vor AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten   Eher schwierige Anwendung, raschelt beim Sex, der äußere Ring kann beim Verkehr stören, mit 4 Euro pro Stück recht teuer
 
ca. 4 Euro pro Stück  5 - 25 
Verhütungsschwamm  Das Verhütungsschwämmchen wird vor den Muttermund geschoben und verhindert so mit Hilfe eines Spermizids das Einwandern der Spermien.   Situativ einsetzbar, greift nicht in den weibl. Zyklus ein, keine körperliche Beeinträchtigung durch Hormone, unabhängig vom Arzt ein- und absetzbar
 
ggf. allergische Reaktionen gegen die Spermizide, Toxisches Schock-Syndrom kann auftreten, Unverträglichkeit bei manchen Frauen (Schleimhautreizungen), in Deutschland nur in internationalen Apotheken erhältlich, schützt weder vor AIDS noch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten
 
ca. 9 Euro für 4 Schwämme   5 - 10 (lt. Hersteller) 
Spirale (IUP)  Die Einnistung eines befruchteten Eis wird durch die Dauerreizung der Gebärmutter verhindert. Wird vom Arzt eingesetzt/entfernt, kann bis zu 5 Jahre in der Gebärmutter verbleiben.   Langer Empfängnisschutz   Das Einlegen/der Einstich ist ggf. mit starken Schmerzen verbunden, Gefahr der Durchstoßung der Gebärmutterwand, Infektionsrisiko durch den Rückholfaden der aus der Gebärmutter herausragt, erhöhtes Risiko für eine Eileiterschwangerschaft, ggf. stärkere und schmerzhaftere Blutungen, Unverträglichkeit bei manchen Frauen, nur vom Arzt entfernbar, schützt weder vor AIDS noch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten
 
Ca. 110 Euro für 3-4 Jahre  0,9 - 3 
Kupferkette  Die Kupferkette setzt kontinuierlich Kupfer-Ionen frei. Dadurch kommt es zu einer Reaktion der Gebärmutterschleimhaut - ähnlich einer Entzündungsreaktion. Ein befruchtetes Ei kann sich unter diesen Bedingungen nicht in die Gebärmutterschleimhaut einnisten. Die Kupfer-Ionen hemmen außerdem die Spermien.   Im Gegensatz zur herkömmlichen Spirale treten kaum Blutungsstörungen auf, durch die sichere Verankerung kann sie nicht ausgestoßen werden, Frau muss sich nicht tägl. neu um die Verhütung kümmern, spontaner Sex ist jederzeit möglich, greift nicht in den weiblichen Zyklus ein, keine körperliche Beeinträchtigung durch Hormone   Das Einlegen/der Einstich ist ggf. mit starken Schmerzen verbunden, Gefahr der Durchstoßung der Gebärmutterwand, Infektionsrisiko durch den Rückholfaden der aus der Gebärmutter herausragt, Unverträglichkeit bei manchen Frauen, nur vom Arzt einsetz- und entfernbar, - schützt weder vor AIDS noch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten   rund 400 Euro für 3-5 Jahre  0,1 - 0,3 
chemisch - Salben, Zäpchen, Gels  Cremes, Gels, Zäpchen bilden einen zähen Schleim vor dem Muttermund, welcher die Spermien abtöten oder deren Beweglichkeit hemmen soll.   Situative & einfache Anwendung, rezeptfrei, greift nicht in den weiblichen Zyklusein.   Schleinhautreizung, unangenehmes Rauslaufen beim Sex, Brenngefühl, Juckreiz, Erhöhung der Infektionsgefahr, schützt weder vor AIDS noch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.
 
12 Zäpchen kosten ca. 12 Euro
100g Gel kosten ca. 17 Euro  
3 - 21 


Quelle:
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
AWMF-Leitlinien-Register Nr. 015/015 (erstellt 2004/überarbeitet Aug. 2006)

Video Verhütung

* Der Pearl-Index

Der Pearl-Index beurteilt die Sicherheit eines Verhütungsmittels. Er gibt an, wie viele Frauen bei Verwendung einer Verhütungsmethode innerhalb von zwölf Monaten schwanger werden.
Beispiel: Hundert Frauen wenden 12 Monate lang mit eine bestimmte Verhütungsmethode an und vier werden schwanger, so liegt der Pearl-Index dieser Methode bei vier.
Die Sicherheit wird durch Studien unterlegt, deren methodische Grundlagen sehr unterschiedlich sind und denen häufig standardisierte Bedingungen fehlen.
Zudem gibt es wenig unabhängige Studien.

Vor allem junge Menschen machen aus mangelnder Erfahrung häufiger Anwendungsfehler als ältere. Je korrekter man ein Verhütungsmittel anwendet, umso besser schützt es. Der Pearl-Index ist daher nur richtungsweisend.

KontaktImpressumVersandDatenschutzAGBPresseSchweiz